Orientalisch Kurzhaar (OKH)

Allgemeines

Die ORIENTALISCH KURZHAAR- Katzen (OKH) sind völlig identisch im Typ und der Haarlänge mit der Siam, zeigen aber keine Maske, sondern Vollfarbe (also am ganzen Körper gefärbt). Dieser Katzentypus hat einen geschmeidigen, schlanken Körper mit langen Beinen und ein sehr feines, kurzes Fell, einen keilförmigen Kopf mit grossen, spitzen Ohren, schräggeschnittenen, mandelförmigen Augen und von leuchtender grüner Farbe.

Die Ausnahme bildet die Foreign White, die blaue Augen hat, weil sie ein Siam ist. Weiße OKH's können auch verschiedenfarbige Augen (odd-eyed) haben, neben der sonst vorgeschriebenen grünen Augenfarbe. Die Orientalisch Kurzhaar oder Foreign Shorthair (= Fremdländisch Kurzhaar) ist in einigen Ländern, einschliesslich der USA, als Orientalisch Kurzhaar bekannt, während es in anderen Ländern vornehmlich in England, Australien und Neuseeland, von bestimmten Farbschlägen und Fellmustern abhängt, ob eine Katze als Orientalisch Kurzhaar oder Foreign eingestuft wird. Seit den frühen 90er Jahren werden nun auch in England alle Farbschläge als OKH bezeichnet, mit einer Ausnahme: der "Foreign White".

Geschichte

Die Bezeichnung "Orientalisch" weist auf eine Zuchtvielfalt hin, für die man einen Namen aufgrund ihrer Abstammung von Siamesen und der Ähnlichkeit mit diesen wählte, der der orientalischen Herkunft der Ausgangsrasse am gerechtesten ist. Im Königtum Siam (heute Muang Thai /Thailand) gab es nicht nur Katzen mit Masken; es gab auch einfarbige schwarze, blaugraue, braune und weisse Katzen. Auch Bicolors (Farbe mit Weiss) und Particolors.
Als die ersten Siamkatzen, von Muang Thai in den Westen kamen, hatten sie viele verschiedene Fellmuster, etliche waren davon einfarbig; denn Tiere ohne Abzeichen waren einfacher zu exportieren. Doch sehr früh, bereits 1920, wurde festgelegt, dass nur blauäugige Maskenkatzen als Siamesen registriert werden dürfen. Dies hatte zur Folge - da man sich auf die Zucht von Siamkatzen mit blauen Augen und Points (Abzeichen an Gesicht, Ohren, Beinen und Schwanz) konzentrierte - die Einfarbigen bald ausstarben bzw. in Vergessenheit gerieten.

Um 1950 entsannen sich englische Katzenliebhaber an die "Vollfarben-Katzen". Es begannen Versuche, diesen Typ wieder zu züchten: Durch Kreuzung von einfarbigen schlanken Kurzhaar-Katzen und Russisch Blau mit Siamesen entstand die Orientalisch Kurzhaar, welche in vielerlei Farben und Mustern (ausser Points) gezüchtet werden. Der für die OKH's typische schlanke Körper verlor nichts an dem zugewinn neuer Farben. Durch die immer wieder eingekreuzten Siamesen festigten sich auch die persönlichen Merkmale der Orientalisch Kurzhaar-Katze.

Die heutigen OKH, sind nicht mehr vergleichbar mit den Anfangstieren der 50er und 60er Jahre; das Zuchtkonzept allerdings, das damals festgelegt worden ist, überzeugt noch heute: Man wollte eine Katze, die das Aussehen und das Temperament einer Siamkatze hatte, die aber mit der erweiterten Farbenpalette "ausgestattet" ist. Zu ihnen gehört die zigarrenbraune Havanakatze, die lackschwarze Ebony, die rosaschimmernde Lilac (Lavender), die zimtfarbene Cinnamon, die rehbraune (rötlich beige) Fawn und die reinweisse Foreign White.

Anerkennung

Obwohl sich Pat Turner und die Deutsche Dagmar Thies in den 50er und 60er Jahren sehr für die neue Rasse einsetzten, erfolgte die entgültige Anerkennung der neuen Rasse mit allen Farbschlägen erst 1970 auf der Britischen Insel und 1972 durch die FIFe (Fédération Internationale Féline = Internationale Katzenföderation) auf dem Kontinent. Einzige Ausnahme blieb die Havanna, die schon 1958 unter dem Namen Chestnut Brown Foreign Shorthair akzeptiert worden war. 1972 wurde die OKH provisorisch und 1977 durch die Cat Fancier's Association (CFA = Katzenzüchtervereinigung) als eigenständige Rasse anerkannt.Trotz des Durcheinanders der Rassenamen sind OKH Katzen heute weltweit etabliert. Auch die Standards unterscheiden sich nur geringfügig voneinander. Dem Laien sei noch gesagt, dass in Würfen von OKH gelegentlich auch Jungtiere mit Siamzeichnung fallen können, da viele OKH noch ein Siam Gen tragen. Oft werden die beiden Varietäten auch miteinander verpaart.

Wesen

Die OKH ist sehr temperamentvoll, neugierig, ausdauernd und gesprächig. Und wie die Siamesen sind auch sie anhänglich und bindungsfreudig.

Rassemerkmale und Farben der OKH

 

Typ, Körper, Beine, Schwanz

Eine schlanke, elegante, geschmeidige und muskulöse Katze mit langen, sich verjüngenden Linien, einem langen schlanken Hals und Körper mit Schultern, die nicht breiter als die Hüften sind. Die Beine sind lang und fein, mit kleinen, ovalen Pfoten.
Der sehr lange, dünne Schwanz ist dünn am Ansatz und läuft zu einer feinen Spitze aus.

 

Kopf, Ohren, Augen

Keilförmiger Kopf mit langer gerader Nase, schmaler Schnauze und mittelgroßem Kiefer.
Die großen Ohren sind breit an der Basis und zugespitzt. Die mittelgroßen Augen sind Mandelförmig und leicht schräggestellt von leuchtendem lebhaften Grün.

Fell

Sehr kurz, fein, glänzend seidig, eng am Körper anliegend.

 

Farben

Bei ein- und zweifarbigen Tieren gleichmäßig in der Farbe, ohne Schattierungen und Tabby-
Markierungen. Schnurrbarthaare und Augenbrauen mit der Körperfarbe harmonierend.

Anerkannte Farbvarietäten

  • Einfarbig: schwarz, blue, chocolate, lilac, rot, creme, cinnamon (zimtfarben), fawn (sandbeige).
  • Schildpatt: schwarz, blue, chocolate, lilac, cinnamon, caramel und fawn.
  • Smoke / Shaded: in allen für Orientalen erlaubten Farben
  • Tabby: schwarz, blue, chocolate, lilac, rot, creme, apricot, cinnamon, caramel und fawn, alle Farben auch als Schildpatt.
  • Tabbyarten gilt für alle Farben: Classic (gestromt), Mackerel (gestreift), Spotted (getupft), Ticked (Abessinierticking), Chinchilla (getippt)
  • Silvertabby: schwarz, blue chocolate, lilac, rot, creme, cinnamon, fawn, schwarzschildpatt, blueschildpatt, chocolateschildpatt, lilacschildpatt, cinnamonschildpatt, fawnschildpatt.